Was ist Karate?

Das Ziel ist
• Geist- Körper und Seele zu entwickeln
• die persönliche - maximale Stärke und Entwicklung zu erreichen
• Spass an der Bewegung von Körper und Geist gleichermaßen. 

Karate-Do ist sicherlich nicht die Kunst Bretter, Steine oder andere Gegenstände mit Händen, Füßen, dem Kopf oder sonst einem Körperteil zu zerschlagen. 
Weiterhin dient es nicht dazu, andere Menschen - ohne den Grund der Selbstverteidigung - zu verletzen oder zu töten. Es mag zwar sein, das ein geübter Karateka oder ein anderer Kampfkunstexperte in der Lage ist, diese „Taten“ leichter zu vollbringen als eine ungeübte Person, dennoch stellen diese weder den Sinn des Karate-Do dar, noch sind sie ein Ziel, das es zu erreichen gilt.

Karate-Do ist eine Kunst, eine Körper- und Kampfkunst und eine Methode der Selbstverteidigung. Sie ist auch ein Weg zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit und zur Festigung des Charakters, der schließlich zu einem inneren Wachstum führt. Karate-Do ist somit nicht nur eine Disziplin der Körperbeherrschung, sondern auch eine Schule der Geistesbildung, die einen das ganze Leben lang begleiten sollte. 

Alles, was du bist und was du wirst, liegt nur in dir selbst!
(Shaolin Weisheit)

Karate üben heißt, ein Leben lang zu arbeiten. Darin gibt es keine Grenzen!
(Weisheit von Sensei Funakoshi, Gichin, 1869 - 1957)


Woher kommt das Wort "Karate" ?

Karate-Do - Allgemein als "Karate" bekannt ist eine Schule für Körper - Geist und Seele


Auf den südlichen japanischen Inseln, dem früheren Königreich der Ryukyu-Inseln - der heutigen Präfektur Okinawa - entstand einst die Wiege des Karate. 
Niemand weiß, wann auf den Ryukyu-Inseln das Karate zum erstenmal in Erscheinung trat. In der Vergangenheit wurde diese Kunst von Außenstehenden stets streng geheim gehalten, daher sind uns von ihr keine schriftlichen Nachrichten überliefert.

 

Zweimal in der Geschichte der Ryukyu-Inseln wurden Waffen durch einen Regierungserlass verboten. Das erstemal vor über fünfhundert Jahren und ein zweites mal zweihundert Jahre später. Diese Verbote übten natürlich einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Karate aus.

 

Die meisten Historiker stimmen darin überein, dass die einzigartige okinawanische Form des waffenlosen Kampfes, das Karate, seine Entstehung diesem zweiten Verbot verdankt, denn es zwang die Einwohner der Ryukyu-Inseln dazu, ein Mittel zur waffenlosen Selbstverteidigung zu finden. Wahrscheinlich sind einige der waffenlosen Kampftechniken schon vor dem Einfall der Satsuma (1609) ausgeübt worden, so dass dieses neue Verbot nur die Fortentwicklung bereits existierender Methoden beschleunigte.

 

Natürlich könnten auch einige Kenpo-Stile in ihrer ursprünglichen Form überliefert worden sein. Jedenfalls ist es denkbar, dass die beiden Vorläufer des Karate-Do, das Okinawa-te und das To-de, in etwa dieser Weise entstanden sind, wobei sich das Erstgenannte auf die chinesische Kenpo-Tradition, das Letztere dagegen auf einheimische Kampftechniken zu beziehen scheint. Die Geschichte der Kampfkünste in China kann mehr als sechstausend Jahre zurückverfolgt werden.

 

In dieser kriegerischen Zeit wurden aus der Notwendigkeit heraus, den Feind auf dem Schlachtfeld zu bezwingen, ständig neue Kampfmethoden und Techniken erfunden. Diese alten Kampftechniken wurden erstmals durch die Bemühungen dreier Männer, Ta Shang Lao-ch'un, Ta-yi Chen-jen und Yuan-t'ien, systematisiert. Sie schufen, was man die „Drei Primitiven Schulen der Kampftechniken“ nennen könnte. Ihre Systeme wurden über Generationen von Schülern hinweg weitergegeben. Es wurden Verbesserungen vorgenommen, die schließlich zu den hochverfeinerten Techniken unserer Tage führte.


Was bedeutet das Wort Karate?

In den Anfängen gab es mehrere Bezeichnungen für die heute so bekannte Kampfkunst Karate-Do. Diese waren Okinawa-Te, Tode oder auch einfach nur Te. Mit der Zeit erfolgte schließlich eine Wandlung des Wortes Tode in Karate-Do. Diese Bezeichnung entstand wohl im Jahre 1929 und soll damals von Meister Gichin Funakoshi eingeführt worden sein.

Mitentscheidend für die Wandlung war die Aussprache. Die Silbe To im Wort Tode kann auch als Kara ausgesprochen werden und De hat die gleiche Bedeutung wie Te. Aus Tode entstand das Wort Karate. Anfangs hatte das Schriftzeichen Kara die Bedeutung China, wurde jedoch aus mehreren Gründen in Leer geändert. Zum einen war es der philosophisch-moralische Sinngehalt der Silbe Leer, zum anderen sollten die Assoziationen zu China vermieden werden, wegen des japanischen Nationalismus jener Zeit. Und nicht zuletzt sollte der Aspekt der Waffenlosigkeit hervorgehoben werden.

Verschiedene Auffassungen der Kampfkunst-Meister ließ – unter Bezug auf das gemeinsame System – eine Vielfalt an Konzepten (RYU = Stil, Schule) entstehen. Die Hauptstile wurden jener Stadt zugeordnet, in denen die Meister lebten. So entstanden SHURI-TE, TOMARI-TE und NAHA-TE. Die beiden Erstgenannten (sie standen einander hinsichtlich der Grundauffassung nahe) wurden später als SHORIN-RYU bezeichnet, NAHA-TE erhielt die Bezeichnung SHOREI-RYU. Aus diesen beiden Schulen entwickelten sich in Okinawa im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Stile, die nicht bloß als Sport, sondern als Lebensschule aufgefasst wurden.

In Japan waren diese Kampfkünste bis 1915 praktisch unbekannt. Ihre Integration als Karate ins japanische Budo (Sammelbegriff für Kampfkünste) brachte der okinawanische Meister Gichin FUNAKOSHI zustande , der 1921 auf Einladung des japanischen Kultusministeriums zusammen mit den Meistern Chojun MIYAGI und Kenwa MABUNI nach Japan kam. Als japanische Hauptstile wurden GOJU-RYU, SHITO-RYU, SHOTOKAN-RYU und WADO-RYU festgelegt.


Der Kampfschrei "Kiai"

Der Begriff Kiai setzt sich aus zwei Silben zusammen. Ki bedeutet Energie und Ai steht für Zusammenkommen bzw. Harmonie. Der Kiai ist also eine harmonische Bündelung von körperlicher und geistiger Energie in einem kurzen Moment.

Um schnelle Bewegungen durchführen zu können, ist rasches Ausatmen notwendig. Dieses Ausatmen wird explosionsartig ausgeführt, was bei Techniken mit starkem Kime schließlich zu einem Kiai führt. Der Kiai wird nicht über die Stimmbänder erzeugt, sondern entsteht aus dem Hara, das durch schnelle Muskelanspannung die Luft im Körper nach außen drückt.

Der Kampfschrei schafft ideale Voraussetzungen für eine starke Verteidigung und eine starke Technik, indem er durch Konzentration der gesamten Körperkraft die freizusetzende Energie auf einen Punkt fixiert. Weiterhin stabilisiert er den Brustkorb und schützt somit die inneren Organe gegen mögliche Verletzungen und bewirkt zusätzlich eine Irritation des Gegners.

 


Kyu - Gürtelsystem

Für einen Kampfkunstinteressierten, der sich entschließt Karate-Do zu erlernen, beginnt ein langer Weg, über dessen Ziel er selbst noch gar keine oder eine oft falsche Vorstellung hat. Als erstes (und anfangs auch als einziges) beginnt er, sich mit den Techniken auseinanderzusetzen. Er übt die verschiedensten Techniken und Kombinationen und versucht sie in der Kata perfekt wiederzugeben oder mit dem Partner anzuwenden. Der Schüler befindet sich nun auf der so genannten Form-Stufe, die den ersten Abschnitt vom Schüler zum Meister darstellt.Um das Voranschreiten in dieser Stufe zu symbolisieren, wurde das Kyu-System eingeführt, das an den verschiedenen Gürtelfarben erkennbar ist. Diese bestanden ursprünglich aus sechs Farben, die auch heute noch Verwendung finden, allerdings sind sie inzwischen in neun Kyu -Stufen eingeteilt worden.


9.Kyu (weißer Gürtel) 
8.Kyu (gelber Gürtel)
 
7.Kyu (oranger Gürtel)
6.Kyu (roter Gürtel)
 
5.Kyu (grüner Gürtel)
4.Kyu (blauer Gürtel)
 
3.Kyu (violetter Gürtel)
2.Kyu (brauner Gürtel)
1.Kyu (braun-schwarzer Gürtel)
 

Je weiter der Karateka im Kyu -System voranschreitet, desto mehr Hindernisse stellen sich ihm in den Weg, die er anfangs als solche gar nicht erkennt. Diese scheinen von außen auf ihn einzuwirken, sind aber meist Hindernisse, die in seinem inneren entstehen. Er begegnet verschiedenen Gefühlen wie z.B. Zweifel oder Unlust mit denen er sich auseinander setzen muss und die es zu bekämpfen gilt. Früher oder später gelangt jeder Karateka auch an einen Zeitpunkt, an dem er glaubt keine Fortschritte mehr zu machen, oder er meint, das er in allem nur kritisiert wird. Er fühlt sich beobachtet oder glaubt seine Fähigkeiten mit anderen vergleichen zu müssen, anstatt auf sich selbst zu schauen und an sich zu arbeiten. Alle diese Hürden und viele weitere begegnen dem Karateka immer wieder aufs Neue, aber um aus der Vortufe herausbrechen zu können, muss er sich mit diesen Hürden auseinander setzen und sie meistern. Denn nur so kann er einen weiteren Schritt auf seinem Weg im Karate-Do machen und damit Erfahrungen für sein Leben sammeln.